Sie hatten 1999 zwanzig Minuten im Standesamt, zwei Trauzeugen und danach Schnitzel beim Griechen. Kein Foto, auf dem beide gleichzeitig lächeln. Fünfundzwanzig Jahre später saßen die beiden bei mir am Tisch und sagten den Satz, den ich in solchen Gesprächen fast immer höre: Damals ging es einfach nicht anders.
Wer das Eheversprechen erneuern will, sucht meistens zuerst nach der einen Frage. Zählt das eigentlich rechtlich? Die Antwort ist kurz, und sie ist besser, als die meisten denken.
Die Erneuerung des Eheversprechens hat in Deutschland keine rechtliche Bedeutung. Eure Ehe besteht schon, sie lässt sich nicht ein zweites Mal schließen. Das heißt aber auch: keine Anmeldung, keine Unterlagen, keine Wartezeit, keine Vorschriften. Bei mir startet so eine Zeremonie bei 800 Euro.
Nein. Und das sage ich als jemand, der fast zehn Jahre lang selbst am Standesamt Ehen geschlossen hat.
In Deutschland entsteht eine Ehe durch die Eheschließung vor der Standesbeamtin. Was einmal geschlossen ist, kann nicht noch einmal geschlossen werden. Eine Erneuerung des Eheversprechens ist deshalb eine symbolische Zeremonie. Sie ändert nichts an eurem Namen, nichts am Güterstand, nichts an der Steuerklasse. Es wird nichts beurkundet und nichts eingetragen.
Das klingt erst mal nach einem Mangel. Ist aber das Gegenteil.
Am Standesamt gilt ein Verfahren. Es gibt eine Anmeldung, Unterlagen, Fristen, Öffnungszeiten und einen Text, der nur begrenzt beweglich ist. Bei einer Erneuerung fällt das alles weg. Kein Amt schreibt euch vor, wo ihr steht, wer dabei ist, wie lange es dauert und was ihr euch sagt. Ihr könnt im Garten stehen, am Strand, in der Scheune, in der ihr damals gefeiert habt. Ihr braucht keine Trauzeugen, weil es nichts zu bezeugen gibt.
Der rechtliche Teil ist längst erledigt. Übrig bleibt nur der Teil, um den es eigentlich geht.
Was diese Anlässe verbindet: Es gibt etwas zu erzählen, das es beim ersten Mal noch nicht gab. Bei einer Hochzeit erzähle ich, wie zwei Menschen zueinander gefunden haben. Hier erzähle ich, was sie miteinander ausgehalten, aufgebaut und überstanden haben. Das ist der bessere Stoff.
Der äußere Rahmen ist vertraut. Die Zeremonie dauert in der Regel 30 bis 45 Minuten, so wie eine freie Trauung auch. Der Aufbau sieht meistens so aus:
Ein Unterschied fällt fast immer auf: Bei Hochzeiten sitzen die Kinder im Publikum. Bei Erneuerungen stehen sie vorne. Sie halten die Ringe, sie sagen ein paar Sätze, manchmal übernehmen sie das ganze Ritual. Wenn ihr Kinder habt, plant sie fest ein. Das ist der Moment, den eure Gäste hinterher erzählen.
Bei mir startet die Zeremonie zur Erneuerung des Eheversprechens bei 800 Euro. Damit liegt sie unter dem Startpreis einer freien Trauung, der bei 1.100 Euro beginnt.
Der Grund ist einfach: Es ist nicht noch einmal das volle Programm. Eine Erneuerung fällt kleiner aus. Große Rituale gibt es dabei so gut wie nie, der Rahmen ist enger, die Runde meistens kleiner. Es geht ums Erneuern, nicht um eine zweite Hochzeit.
Dazu kommen weitere individuelle Rituale mit 100 bis 150 Euro pro Ritual und die Anfahrt über 50 Kilometer hinaus. Was euer Tag genau kostet, steht in eurem Angebot, nicht in einer Preistabelle. Eine Übersicht über alle Leistungen findet ihr auf der Seite zum Erneuern des Eheversprechens und beim Honorar.
Bei einer Hochzeit versprechen sich zwei Menschen etwas, das sie noch nicht kennen. In guten wie in schlechten Zeiten, gesagt von jemandem, der die schlechten Zeiten meistens noch vor sich hat. Das ist schön, und es ist ein bisschen mutig, und es ist naiv im besten Sinn.
Bei einer Erneuerung ist das anders. Da steht ein Paar, das die schlechten Zeiten kennt. Das weiß, wie sich das Krankenhauszimmer angefühlt hat, das Jahr mit dem Säugling, der Streit, nach dem einer im Gästezimmer geschlafen hat. Und das trotzdem, oder gerade deshalb, noch einmal dasselbe sagt.
Ein Versprechen, das nichts kostet, ist leicht. Eines, das man schon einmal gehalten hat, wiegt anders. Rechtlich bedeutet dieser Satz nichts. Für die Menschen im Raum bedeutet er alles.
Nein. Eure Ehe besteht bereits und kann nicht ein zweites Mal geschlossen werden. Die Zeremonie ist rein symbolisch und ändert nichts an Namen, Güterstand oder Steuerklasse. Deshalb gibt es auch keine Anmeldung, keine Wartezeit und keine Unterlagen.
Bei mir startet die Zeremonie bei 800 Euro, inklusive Gespräch, individueller Rede, Technik und Anfahrt im Umkreis von 50 Kilometern um Haßfurt. Sie liegt unter dem Preis einer freien Trauung, weil eine Erneuerung kleiner ausfällt und ohne großes Ritualprogramm auskommt.
Nein, nötig ist niemand. Viele Paare bitten trotzdem ihre damaligen Trauzeugen dazu, weil das ein schöner Bogen ist. Andere feiern nur mit den Kindern oder ganz zu zweit.
Klassisch sind zehn Jahre, die Silberhochzeit nach fünfundzwanzig, die Rubinhochzeit nach vierzig und die Goldene Hochzeit nach fünfzig Jahren. Genauso oft ist der Anlass aber gar kein Jahrestag.
Ja. Gerade Paare, die damals schnell und klein standesamtlich geheiratet haben, holen die Feier oft nach ein bis drei Jahren nach. Auf die Zahl der Jahre kommt es nicht an, sondern darauf, ob euch etwas gefehlt hat.
Wenn ihr das lest und denkt: Genau das wollen wir nachholen. Dann meldet euch. Das Kennenlerngespräch kostet nichts, außer ein bisschen Zeit.